Eine Legende als Inspiration für eine individuelle Brautfrisur für die Traumhochzeit in der Toskana - Die Legende von Magdalena und dem Haarkamm

(Kommentare: 0)

Eine Legende als Inspiration für eine individuelle Brautfrisur für die Traumhochzeit in der Toskana - Die Legende von Magdalena und dem Haarkamm

Es war einmal in New York City …


photocredit: pixabay

Es war einmal eine junge Frau, namens Christine. Sie entschied, es war Zeit zu heiraten.  Als hart arbeitende Journalistin in New York City, schrieb sie für ein bekanntes Frauen Lifestyle Magazin. Ein Artikel ihrer Kollegin hatte es ihr angetan. Die romantische und bilderreiche Abhandlung erzählte von Standesamtlichen Hochzeiten in Italien, genauer gesagt, Traumhochzeiten in der Toskana.  Sie fragte sich jeden Tag, wie sie ihren Freund dazu bewegen konnte sie zu heiraten.  

Christine
Wie wird man eine Braut?

Es war Mitte April und der Wonnemonat Mai klopfte an Christines Tür. Brautkleider, Eheringe und Werbeanzeigen von Braut Make Up sprangen Christine ins Auge, ständig und überall.
Unnötig zu erwähnen, die viele Zeit, die sie auf Pinterest verbrachte und Ideen zu finden, und Inspirationen auf Instagram zu jagen.

Christopher
Wie organisiert man einen Heiratsantrag?

An einem dieser Tag hatte Christopher, Christines langjähriger Freund, die
Idee eines romantischen Elopements in der Toskana. Und zwar genau jetzt, Anfang Mai.

Ihr müsst nämlich wissen, Beide, also Christine und Christopher lieben die Toskana. Sie sprechen auch italienisch, weil sie beide ein Austauschjahr in Siena verbracht hatten, wo sie sich kennenlernten …
Sie lieben es nach Italien zu reisen, insbesondere in die Toskana.

Ein Elopement in der Toskana vorbereiten 

Christopher suchte Hilfe bei einem auf Italien spezialisierten Reisebüro und buchte 10 Tage Urlaub in Siena mit verschiedenen Programmen rund um Siena. Vor Christophers geistigem Auge jagte eine Hochzeitsvorstellung die andere: mal war es eine elegante Hochzeit in Florenz, dann wieder eine gemütliche Hochzeit in Siena. Heiraten auf einem Agriturismo wollte ihn auch überzeugen und irgendwann klopfte dann auch die Idee einer Beach Wedding in Italien an.
Er war so glücklich und aufgeregt seine Christine damit zu überraschen.

Der Heiratsantrag  in
einem toskanischen Restaurant in New York

Natürlich sprach er mit Shirley, Christines Vorgesetzte, um für Christine 10 Tage Urlaub zu bekommen … alles verlief reibungslos!

Freitagabend trafen sich Christine and Christopher immer nach der Arbeit direkt in einem schicken Restaurant um gemeinsam Abend zu essen. Diesmal allerdings entschied sich Christopher einen Tisch im bekannten “Fiaschetteria” Pistoia 647 E 11th St, New York, zu reservieren.

Es war schon 20.00 Uhr, als sie endlich an ihrem Tisch Platz nahmen und Ihren Aperitif bestellten. Christine wunderte sich über Christopher. Die “Fiaschetteria” war so gar nicht Christophers übliche Wahl. Es war ein traditionelles italienisches Restaurant und überhaupt nicht s c h i c k . Und darüber hinaus benahm sich Christopher auch etwas seltsam und komisch ...

Als der Kellner endlich mit ihrem Prosecco und der Bruschetta kam, konnte Christopher nicht mehr länger warten. Abrupt wandte er sich Christine zu, legte ihre Hände in die seinen, blickte ihr tief in die Augen und fragte, ob sie ihn heiraten wollte.

Christine konnte es nicht glauben!
Instinktiv und rasch nickte sie. Christopher zog aus der Innentasche seines Sakkos eine kleine Schachtel hervor und überreichte sie Christine.
Sie öffnete die kleine Schachtel, umhüllt von diesem einzigartigen türkisfarbenen Papier und ein wunderschöner Diamantring lächelte sie an und begrüßte sie. Christopher steckte ihr den Ring an den Finger. Er passte perfekt. Die beiden küssten sich innig …
 

Die Überraschungen hören nicht auf 

Christopher noch immer Christines Hand haltend, erzählte von der Reise in die Toskana, um ihre Verlobung zu feiern. Christine hörte aufmerksam zu, sie konnte es nicht fassen.
Christopher war nicht sehr begabt in Sachen Organisation. Er organisierte nie etwas, weil es ihm einfach keinen Spaß machte.

Die Reise in die Toskana
Der Beginn der Hochzeitsvorbereitungen zur Traumhochzeit in der Toskana

Zwei Wochen später, ganz genau am 30. April saßen Christine, Christopher und der Diamantring in einem Flugzeug der Delta Fluggesellschaft auf ihrer Reise in die Toskana, genauer nach Siena. 

Im Herzen der Toskana, Siena!
Hochzeitspläne schmieden für eine Hochzeit im Chianti

Christine schmiedete schon eifrig Hochzeitspläne und hatte eine vage Idee. Christopher stand ihr in nichts nach. Beim romantischen Abendessen auf der Dachterrasse des Hotels, im roséfarbenen Sonnenuntergang, sprachen die Beiden über ihre Pläne und waren sich einig eine kleine aber feine Hochzeit in der Toskana zu feiern. Wo genau, das wussten sie zu dem Zeitpunkt noch nicht. Sie waren beide so überglücklich, dass sie ihre Pläne sogar Lapo, dem Rezeptionisten, erzählten.

Ein professioneller Hochzeitsplaner für die Traumhochzeit in der Toskana 

Lapo kannte eine Hochzeitsplanerin namens Tiziana. Er stellte sie den beiden vor. Tiziana zögerte nicht lange und nahm die Beiden gleich zu einer Location Besichtigung mit. Ehe Christine und Christopher sich versahen, waren sie mitten in ihren Hochzeitsvorbereitungen.
So kam es, dass sie ein Borgo, ein Schloss, zwei unterschiedliche Hotels, einen Agriturismo und zwei romantische Weingüter besichtigten. Dazwischen besuchten sie noch eine äußerst nette und kreative Floristin. Zu Mittag hatten sie eine Kombination aus Mittagessen und Weinverkostung auf einem bekannten Weingut.
Der letzte Termin für diesen Tag galt ausschließlich Christine.
Es ging zum Friseur, Brautfrisuren sollten probiert werden

Beim Friseur
Kompetenz, Leidenschaft & Kreativität

Wer hätte gedacht, dass sich hier DIE Inspirationsquelle für einzigartige Brautfrisuren befindet.

Die Friseurin war eine Frau mittleren Alters und voller Energie. Sie fragte Christine was sie sich vorstellte und Christine war mit einem Schlag im Probetermin.

Christine hatte keine Ahnung. Viel zu viele Eindrücke des Tages machten es ihr unmöglich auch nur eine Richtung anzugeben. Die Friseurin verstand.

Sie fragte, welche Location ihr am besten gefallen hatte. Aber auch diese Frage konnte Christine nicht beantworten. Die Friseurin erklärte: „Weißt du, wir können den Stil der Hochzeit in deiner Brautfrisur wiederspiegeln. Ganz gleich ob romantisch, Country chic, sinnlich oder fürstlich, sogar die Farben können wir aufnehmen! Lass uns mal was versuchen, Okay?

Christine lächelte dankbar und nickte. Dann fiel ihr plötzlich etwas ein und sie fragte nach den trendigsten Brautfrisuren.

Und so wurde trendige Zöpfe geflochten und wieder aufgemacht. Trendige Hochsteckfrisuren wurden gesteckt und wieder geöffnet und es wurde sogar mit Haarteilen für den klassischen Chignon gearbeitet.

Mit geschultem Auge und raschen Griffen wurde eine Brautfrisur für eine Strandhochzeit gezaubert. Dann eine Brautfrisur, die an die sanften Hügel der Toskana angelehnt war. Die beiden schauten auch wegen Farben, welche die Landschaft der Toskana widerspiegelte.

Am Ende fiel Christines Haar in lockeren Wellen und sie war mehr als müde.

Christine konnte sich nicht auf eine Brautfrisur festlegen. Sie musste auch nicht, betonte die Friseurin.
Christine machte von jeder Brautfrisur ein Selfie mit ihrem Smartphone.

Wichtig war, Christine wusste, sie war in guten Händen.

Die Friseurin verabschiedete sich und gab Christine noch eine letzte Idee mit: „Was hältst du von einem Haaraccessoire, ein netter Haarkamm vielleicht?“ 

Arezzo am ersten Mai Sonntag
die nächsten Schritte zur Traumhochzeit in der Toskana

photocredit: pixabay

“Am ersten Sonntag und darauffolgenden Samstag jeden Monats verwandelt sich die Piazza in Arezzo zum größten Antiquitätenmarkt in ganz Italien!“ sagte Lapo aufgeregt zu Christopher and Christine. “Ihr solltet euch das wirklich ansehen!
Unter dem Vasari Portico sahen Christine und Christopher alte Militäruniformen, alte Teller und Silberbesteck, Kleider und sogar Comics.
Sie ließen sich von der Menge treiben. Nach etwa einer halben Stunde bogen sie in eine schmale und enge Gasse ein und das Gedränge wurde langsamer bis es plötzlich komplett aufhörte. Sie waren bei den Ständen der Kosmetik und Accessoires gelandet.
Es gab Stände mit wunderschönen historischen Parfumflacons, die Geschichten aus einer anderen Zeit erzählten …
Wertvolle, handgemachte Haarnadeln und Haarkämme waren auf den Tischen sorgfältig angeordnet und wollte in die Hand genommen werden.
 


photocredit: pixabay

Christine blieb beim zweitletzten Stand auf der linken Seite stehen. Der Stand hatte wunderschöne historische Haarkämme. Christine hatte noch nie so schöne Haarkämme gesehen. Ein besonders Schöner sprang ihr ins Auge. Er was aus Horn gemacht und hatte zwei goldene Pinien, deren Äste ineinander wuchsen. Christine war von der filigranen Arbeit so beeindruckt, dass sie den Haarkamm einfach in die Hand nahm, ohne die Außenwelt wahrzunehmen.

Die Alte Frau

Es schien fast so, als ob der Haarkamm von Christine in die Hand genommen werden wollte. Das Horn fühlte sich angenehm warm und samtig an, gar nicht kalt wie Christine dachte. Christine betrachtete die Arbeit näher und bemerkte gar nicht, dass sich hinter dem Tisch eine alte Frau langsam aus ihrem Sessel erhob und sich noch langsamer auf ihrem Stock zu ihr hinbewegte.

Die alte Frau war in schwarz gekleidet und hatte einen Umhang aus Wollresten, so schien es jedenfalls. Sie hatte mitten auf ihrer Nase eine hässliche große Warze und lächelte Christine freundlich an.

Christine war erschrocken und wollte den Haarkamm zurücklegen, aber die Alte Frau deutete sie solle ihn behalten.
Christine fragte in ihrem italienisch, was er kosten würde.
Die Alte Frau schüttelte den Kopf und sagte: „Nichts!“ Nach einer kurzen Pause sagte sie mit großen Augen:” Aber, ich möchte, dass du dir die Geschichte dieses Haarkamms anhörst!“

Christine lächelte wohlmeinend und nickte. Sie verstand, die arme Alte Frau wollte jemand zum Zuhören.
So schob die Alte Frau ihren Sessel zum Tisch und ließ sich schwerfällig hineinfallen. Mit einer Handbewegung schob sie Haarnadeln und Haarkämme zu Seite und machte Platz, so dass sich Christine auf den Tisch setzen konnte.
Christine tat wie ihr geheißen.

Die Alte Frau schloss ihre Augen als ob sie sich an eine längst vergangene Zeit erinnern wollte. Sie holte tief Luft und begann mit ihrer Geschichte:

Die Schlacht zwischen Florenz und Siena
1260 Die Schlacht von Montaperti

Dieser Haarkamm ist schon sehr alt. Er stammt aus einer Zeit, als Florenz und Siena gegeneinander Krieg führten. Es gab viele Konflikte und viele Unschuldige auf beiden Seiten mussten ihr Leben lassen. Junge und alte wurden einberufen, Feldarbeiter, Fleischer, Goldschmiede und manchmal sogar Frauen und Kinder.
So kam es, dass auch der junge Goldschmied Lehrling Iacopino Lungavita in die Schlacht von Montaperti ziehen musste.

Iacopino Lungavita

Iacopino war in seinem ersten Lehrjahr bei seinem Meister Giuseppe Prezioso.
Prezioso war in ganz Siena für sein großes Herz bekannt.
Iacopino hatte seine geliebten Eltern im vergangenen Winter verloren. Beide verstarben an einer schweren Lungenentzündung.
So gab es für Iacopino nur seinen Meister Prezi, von ihm liebevoll genannt, und die liebe Enkeltochter Magdalena.

Magdalena

Maddalena war das liebste Mädchen, dass man sich nur vorstellen konnte, lieb von Charakter, schnelle Auffassungsgabe und gütig.

Leider hatte sie mitten auf ihrer Nase eine hässliche Warze.
Und so kam es, dass sie nicht viele Freunde hatte. Schon damals waren die Menschen oberflächlich.
Aber Iacopino sah in Magdalena wer sie war, und die beiden verband ein zartes, aber festes Liebesband.

Das Meisterstück

Iacopino hatte heimlich begonnen an einem Haarkamm zu arbeiten, den er seiner Magdalena zur Hochzeit überreichen wollte.
Er hatte dazu das einzige genommen, was ihm von seiner geliebten Mutter geblieben war, ein Haarkamm aus Horn.
Er dekorierte ihn mit den Abfällen, die von der Arbeit übrigblieben. Er hatte seinen Meister diesbezüglich um Erlaubnis gefragt.

Meister Prezi

Der Meister hat freundlich zugestimmt und freute sich schon auf das fertige Schmuckstück.
Er mochte seinen jungen Freund wirklich sehr; er schätzte ihn für seine Ehrlichkeit und Kreativität. Aber mehr noch, er schätzte Iacopino für seine Menschlichkeit. Iacopino war im Umgang mit seinen Mitmenschen sehr mitfühlend, insbesondere mit seinem Meister und dessen Enkeltochter.

Die Alte Frau schwieg für einen Moment. Es schien, als ob sie müde war.
Aber als Christine etwas sagen wollte, fuhr sie leidenschaftlich fort.

In dieser Zeit voller Konflikte, waren die Leute sich ihrer Vergänglichkeit sehr bewusst. Iacopino wollte seine Magdalena heiraten ehe er am Schlachtfeld fallen sollte.
Einzig, sie waren zu jung. Auch wenn der Meister seine Erlaubnis geben würde, kein Priester würde sie trauen.
Also, vereinbarten die Beiden sich bei der Doppelten Pinie zu treffen.

Die Doppelte Pinie

Den Namen trug ihr die Tatsache ein, dass die Kronen zweier Pinien schon viele Jahre ineinander zu einer Pinie zusammengewachsen waren.
Dieser Platz diente vielen Liebenden als heimliches Versteck, da er von hohen duftenden wilden Rosenbüschen umzäunt war.

Das Versprechen

Iacopino wartete ungeduldig auf seine Magdalena bei der Doppelten Pinie.
Der Mond stand bereits hell am Himmel, als Magdalena endlich kam.
Iacopino, aufgeregt, brachte kaum ein Wort über seine Lippen und übergab Magdalena ihr Geschenk.

Seit dem Wissen in die Schlacht ziehen zu müssen, arbeitete Iacopino Tag und Nacht an Magdalenas Haarkamm. Er hatte sogar die Arbeiten, die ihm sein Meister aufgetragen hatte, vernachlässigt.
Der Haarkamm aus Horn war golden dekoriert und ein wahres Meisterwerk.

Magdalena fuhr den beiden Bäumen, die ineinander wuchsen mit ihren zarten Fingern nach. Sie hatte noch nie etwas so Schönes gesehen.
Beide knieten vor der Doppelten Pinie nieder und schworen einander lebenslange Liebe. Dann küssten sie sich und Iacopino verschwand im Dunkel der Nacht.

Magdalena beschütze ihren Haarkamm mit ihrem Leben. Sie trug diesen in ein sauberes Baumwolltuch sorgfältig eingewickelt unter ihrem Kleid, am Körper festgebunden, so dass nichts und niemand ihr das Wertvollste auf der Welt nehmen konnte.

Der Sieg

Die Tage vergingen. Auf Tage folgten Wochen.
Eines Tages kam ein Bote und verkündete den Sieg Sienas.
Magdalena lief in Windeseile zu ihrem Großvater, um ihm die Frohe Kunde zu bringen. Master Prezi sah noch älter aus, als sonst. Die Sorge um seinen lieben jungen Freund machte ihn krank.
Und so warteten sie auf Iacopinos Rückkehr.

Auf Wochen folgten Monate und noch kein Lebenszeichen von Iacopino.
Magdalena versuchte herauszufinden, ob ihr geliebter Iacopino in der Schlacht gefallen war, aber es gab keine Information.
Die Aufzeichnungen zeigten lediglich, dass Iacopino erschienen war und gekämpft hatte. Aber sie konnte nicht mehr herausfinden.
So folgten auf Monate schließlich Jahre.

Warten...

Das Warten war für Meister Prezi zu viel und er beschloss für sich, dass sein liebgewonnener junger Freund in der Schlacht gefallen sei.
Es brach ihm das Herz, zu sehen wie seine Enkeltochter zu einer jungen Frau herangewachsen war, deren einziger Lebenswille an der Rückkehr ihres geliebten Iacopinos hing.

Magdalena übernimmt die Goldschmiede

Eines Tages verstarb der alte Meister Prezi, es war vermutlich zu viel für ihn geworden. Magdalena übernahm die Goldschmiede ihres Großvaters und versuchte sie so gut wie möglich weiterzuführen.
Die Leute, die sie bis jetzt auslachten, taten das weiterhin. Die anderen, die sie ignorierten, ignorieren sie noch mehr. Magdalena hatte gelernt mit all dem umzugehen und zeigte keinerlei Reaktion.
Aber wenn sie abends alleine war übermannte sie die Einsamkeit und die Angst, dass ihr geliebter Iacopino doch vor vielen Jahren in der Schlacht von Montaperti gefallen sei.

Der letzte Ausweg, Gott möge helfen!

Als Weihnachten näher rückte, wurde das Brennholz knapp und auch die Vorräte gingen langsam zur Neige. Magdalena machte sich auf den Weg zur Kirche um Gott um Hilfe zu bitten.
Sie war allein in der Kirche, davon hatte sie sich beim Betreten überzeugt.
Sie versprach ihr Leben Gott, wenn sie ihren Iacopino noch einmal sehen könnte. Sie opferte Gott ihr wertvollstes Gut, ihren Haarkamm. Bevor sie ihn sanft zu den Füßen der Staue des gekreuzigten Jesu legte, hielt sie ihn fest und küsste ihn, als wäre er Iacopino. Dann verließ sie die Kirche und lief in der dunklen und kalten Nacht nach Hause.

In dieser Nacht schlief ein verwundeter Mann auf einer Bahre im kalten Wald, nicht weit entfernt von Magdalenas Goldschmiede.

Die Rückkehr

Als Magdalena am darauffolgenden Tag ihr Haus kehrte, klopften zwei Fremde an ihre Tür. Sie öffnete und erblickte einen Mann auf einer Bahre von zwei Gefolgsleuten des Grafen von Arras getragen.

Sie kam näher und blickte in die lachenden Augen ihres geliebten Iacopino. Iacopino war schwer verwundet und konnte sich auf der Bahre kaum bewegen. Die Männer brachten ihn ins Haus und legten ihn aufs Bett.
Magdalena konnte ihren Augen nicht trauen, so viele Fragen hatte sie.
Während Iacopino von der Schlacht erzählte, wusch und reinigte sie seine Wunde und legte Heilkräuter darauf. Dann verband sie die Wunde mit sauberen Tüchern.

Die Jahre im Fernen Osten

IIacopino erzählte von der Schlacht von Montaperti. Er hatte dem Sohn eines Edelmanns aus dem Fernen Osten das Leben gerettet.
Dieser Mann dankte ihm und nahm ihn mit auf sein Schiff. Sie segelten in dessen Heimat, in den Fernen Osten. Dort erkrankte Iacopino schwer und er musste lange Zeit das Bett hüten. Der Vater war ein Händler mit einem großen Herz. Er kümmerte sich um Lehrer und so wurde Iacopino in schreiben, lesen und rechnen unterrichtet. Als Iacopino genesen war, machte der Vater ihm das Angebot in seinem Geschäft zu arbeiten und Iacopino sagte zu. Iacopino verdiente viel Geld und wollte damit nach seiner Rückkehr in die Heimat Magdalena heiraten und in ihrem Haus ihre Kinder großziehen. Aber irgendwie verging die Zeit …

Plötzlich gab es auch im Fernen Osten Konflikte. Die Menschen, die ihm Jahre zuvor mit Freundlichkeit begegnet waren, zeigten ihm gegenüber nun Misstrauen.

So entschied Iacopino eines Nachts zu flüchten. Er nahm einige Wertgegenstände und bezahlte damit die Überfahrt. Als er an Land ging wurde er von Wegelagerern überfallen und übel zugerichtet. Unweit war die Eskorte des Grafen von Arras zugegen, die Iacopino zu Hilfe kamen. Da die Wunde tief war, brachten sie den edel gekleideten Iacopino zu ihrem Herrn, den Grafen von Arras.
Der Graf von Arras, von der Geschichte gerührt, ließ Iacopino mit zwei seiner Gefolgsleute nach Siena bringen. Die Beiden Liebenden sollten endlich zusammenkommen, entschied er.
Magdalena konnte ihren Ohren nicht trauen und war noch immer aufgewühlt, dass ihr Iacopino nach all den Jahren nun endlich nach Hause gekommen war. Dieser war nun vor Erschöpfung in einen tiefen Schlaf gesunken.
Magdalena richtete den beiden Gefolgsleuten ein Lager im Stall und brachte ihnen von ihren wenigen Vorräten zu essen. Dann legte sie sich neben Iacopino und träumte von ihrer gemeinsamen Zukunft.
 
 

Der verlorene Schatz

Magdalena hat eine unruhige Nacht. In ihren Träumen suchte sie etwas, sie wusste nicht was. Sie lief und lief und kam nie an.
Als sie ihre Augen öffnete fiel er ihr wie Schuppen von den Augen, der Haarkamm!

Wie konnte sie Iacopino erklären, dass sie ihr wertvollstes Gut Gott geopfert hatte, der ihr Iacopino zurückbringen sollte?

Sie legte ihre Hand sanft auf Iacopinos Arm und dieser antwortete mit einem festen Druck ihrer Hand. Iacopino sah diesen Morgen viel besser aus, er hatte Farbe im Gesicht und wirkte weniger schwach als am Vortag.

Magdalena richtete Iacopino und den beiden Gefolgsleuten einen Brei und überließ die Männer sich selbst. Sie lief zur Kirche. Sie hoffte auf ein Wunder, ihren Haarkamm wiederzufinden. Sie wollte Gott danken und um ihren Haarkamm bitten.
Als sie in der Kirche ankam warf sie sich zu den Füßen der Statue des gekreuzigten Jesus und dankte ihm aus tiefstem Herzen. Es war ihr entgangen, dass ein Fremder zugegen war. Als Magdalena ihr Gebet beendet hatte, suchte sie nach ihrem Haarkamm. Es war zwecklos, er war nicht aufzufinden. Sie begann verzweifelt zu weinen.
Der Fremde näherte sich langsam. Es war ein sehr alter Mann in einer alten braunen Kutte. Um seine Mitte war ein Strick mit drei Knoten, die seitlich herunterbaumelten. Er fragte Magdalena warum sie weinte, was geschehen war. Aber Magdalena brachte kein Wort heraus.
Nach einer Weile hatte sie sich beruhigt und erzählte von Iacopino, von den zwanzig Jahren, die sie auf ihn gewartet hatte.
Sie sagte, sie hatte Gott ihr Leben versprochen und ihren wertvollsten Besitz, Iacopinos Meisterwerk Gott geopfert.
Aber nun, da Iacopino zurückkehrt war, wie sollte sie ihm erklären, dass sie seinen Haarkamm Gott geopfert hatte?
Der Fremde hörte aufmerksam zu und nickte. Er sagte langsam: „ich verstehe!“ Dann blickte er sie ruhig aus seinen blauen Augen an und fragte: „Hast du schon den Hl. Antonius um Hilfe gebeten?“

Magdalena schüttelte den Kopf. Sie hatte überhaupt nicht an den Hl. Antonius gedacht. Aber dieser hatte ihr schon viele Male geholfen. Erst unlängst war ihr eines der Ferkel abhandengekommen und Dank des Hl. Antonius hatte sie es wiedergefunden. Magdalena war in ihren Gedanken versunken und bemerkte nicht, dass der Fremde die Kirche verließ.

Sie wollte dem Fremden danken, aber die Kirche war leer. So ging sie zur Statue des Hl. Antonius, die sich rechts neben dem Eingang befand. Sie ließ sich auf die Knie nieder und erblickte zu Füßen der Statue ihren Haarkamm.
Sie konnte es nicht glauben! Sie bedankte sich in einem langen Gebet und hastete anschließend nach Hause.

Die Hochzeit

Magdalena und Iacopino heiraten im Frühling, am ersten Sonntag im Mai.
Sie bekamen eine Tochter, Theresa. Als ihre Zeit zum Heiraten kam, ging der Haarkamm von Magdalena zur ihrer Tochter Theresa über und deren Ehe war auch gesegnet. Theresa bekam auch eine gesunde Tochter, die ihr viel Freude bereitete. Als deren Zeit zur Heirat kam, ging der Haarkamm wieder von Mutter zur Tochter.

Die Alte Frau wurde plötzlich still
Dann schaute sie Christine an und ihre Augen flackerten. Sie sagte freundlich:
„Ich habe in dir eine aufmerksame und liebe Zuhörerin gefunden! Ich danke dir! Ich habe euch beide schon von weitem gesehen und ich kann eure große Liebe spüren. Ich möchte dir diesen Haarkamm überreichen und wünsche euch eine so starke Liebe, wie die von Magdalena und Iacopino!“
Dann umarmte die alte Frau Christine lächelnd, drehte sich um, nahm ihren Stock und schleppte sich davon.

Die Besitzerin

Christine saß noch immer auf dem Tisch, den Haarkamm in ihrer Linken betrachtend und war ganz durcheinander, als eine Frau Mitte vierzig in Jeans und einem kreischend roten Top sich vor ihr aufbaute und sie unfreundlich fragte, warum sie denn auf IHREM Tisch sitzen würde.
Christine sprang sofort vom Tisch und entschuldigte sich. Sie erklärte, dass die alte Frau, die Standbesitzerin, ihr erlaubt hatte Platz zu nehmen.

Die Frau blickte sie ungläubig an und schrie sie beinahe an: „Was sagst du da? Das ist MEIN Stand! Hier existiert keine alte Frau, nur mich gibt es!”

Christine wurde langsam wütend. Sie zeigte den Haarkamm und antwortete fragend: „Dieser Haarkamm existiert auch nicht? Und die Legende von Magdalena und Iacopino existiert auch nicht?“

Die Frau blickte sie überrascht an und fragte stotternd und ungläubig: „Woher kennst du die Legende von Magdalena und Iacopino?“

Christine erzählte vom Haarkamm, der Alten Frau mit der Warze mitten auf der Nase, die die Legende von Magdalena und Iacopino erzählte.
Am Ende hatte sie ihr, Christine, den Haarkamm geschenkt und sich für das Zuhören damit bedankt. Sie wollte kein Geld.

Die Frau staunte, wechselte den Ton und erzählte Christine was es mit der Legende auf sich hatte:

Die Legende

Jedes Jahr, am ersten Sonntag im Mai erscheint Magdalena um ihren Haarkamm aus Horn mit den beiden goldenen Pinien, die ineinander wachsen, einer besonderen Braut zu überreichen.
Diese Ehen sind gesegnet und verlaufen besonders glücklich.
Nach der Hochzeit allerdings verschwindet der Haarkamm um im nächsten Jahr einer anderen Braut Glück zu bringen.

„Warum ausgerechnet am ersten Sonntag im Mai?“ fragte Christine.
Die Frau antwortete:“ Das war der Hochzeitstag von Magdalena und Iacopino!“
 
ENDE 

Protagonisten
Christopher
Christine
Shirely
Lapo
Tiziana
Magdalena
Iacopo
2 Gefolgsleute
Meister Prezi
Die Alte Frau
Der Alte Mann
Die Friseurin
Die Frau

Angela Giuliani von Sfumature in Poggibonsi diente als Vorlage der engagierten Friseurin...
 

Zurück

Einen Kommentar schreiben