Pappa al Pomodoro

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Eine kulinarische Reise durch Italien Platz 1 der TOP 10 der traditionellen toskanischen Gerichte Die legendäre Pappa al Pomodoro

Mein erster zufälliger Kontakt mit der Pappa al Pomodoro begann als kulinarische Reise durch Italien in Rom, in der Via Nomentana …

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Als ich meines Studiums wegen in Rom war, habe ich in einer sehr schönen Gegend bei der Porta Pia, in der Via Nomentana, ganz in der Nähe des historischen Zentrums von Rom gelebt. Meine Wohnung befand sich im letzten Stock eines historischen Gebäudes. Die Besitzer haben viel Geld und Liebe investiert um es so gut und schön wie möglich zu erhalten. Ich erinnere mich an die wunderschönen Abende auf meinem kleinen Balkon mit den pfirsich- und himbeerfarbenen Bougainville, die ich in dieser Pracht in Wien nie wieder kultiviert habe. Unzählige Male genoss ich den unvergesslichen Blick, die Dächer Roms im einzigartigen und romantischen Stimmungswechsel des Abendhimmels: langsam taucht der Himmel in Rosé und Flieder, um die Nacht mit ihrem silbernen Blau, begleitet von unzähligen leuchtenden Sternen, schnell anzukündigen ...

Italienische Küche:
wir beginnen in Taormina, Sizilien

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Meine einzigen Nachbarn auf meiner Etage waren 9 Studenten, die aus ganz Italien stammten. Calogero und Pasqualina, genannt Lina, war ein junges Paar aus Sizilien, Taormina, das später nach London zog. Sie schwärmten so sehr von ihrer Heimat, dass sie eine ungeheure Neugier in mir auslösten.
Es dauerte 10 Jahre, bis ich endlich den Corso Umberto entlang schlenderte, das berühmte Pistazieneis genoss und mich auf das Open-Air-Event im antiken Theater freute. Sehr oft kochten Calogero e Lina und luden mich zu typisch sizilianischem Essen ein. Ich werde nie Peperoni in Agro-Dolce vergessen ... lecker !!!

 

Italienische Rezepte aus der Region Friaul-Julisch Venetien

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Umberto war ein sehr großer Norditaliener aus Udine, nahe der österreichischen Grenze. Er kam aus einer Stadt, die ich sehr gut kannte, da meine Tanten dort lebten. Umberto verliebte sich in Aurelia, eine römische Studentin, die er in seinen ersten Tagen in Rom kennengelernt hatte. Ich freute mich sehr für sie, da sie sich perfekt ergänzten. Von diesem Moment an kochte er auch und verwöhnte uns mit traditionellen und schmackhaften Gerichten aus dem Friuli.
Aurelia war voller Energie und packte überall an. Sie half allen und wusste, wo man was bekommt, wen man um Hilfe bittet. Sie war einfach großartig! Aurelia organisierte die Kochabende und ernannte Massimiliano und mich zu Schiedsrichtern. Bis heute bin ich dafür dankbar, auch wenn ich nach dem jahr zehn Monate hungern musste, um mein ursprüngliches Gewicht wiederzuerlangen. Das war es wert!

Wie man in Verona kocht
Traditionelle Gerichte aus dem Veneto



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Cecilia war die älteste von uns, sie kam aus Verona, aus der italienischen Region Venetien. Sie verbrachte nicht viel Zeit mit uns, da sie bereits ihre Masterarbeit abgeschlossen hatte und ihre Familie konkrete Pläne für ihre Zukunft im Familienunternehmen hatte. Sie war ein hart arbeitendes Mädchen mit einer sehr klaren und strukturierten Vision ihrer Zukunft. Ich habe mich oft gefragt, wie jemand in so jungen Jahren eine so klare Vision der eigenen Zukunft haben konnte. Ich habe sie bewundert, weil sie stets mit solcher Gewissheit und Überzeugung über ihr zukünftiges Leben sprach. Ich war damals mehr in der Kategorie freier Vogel ...

Die berühmtesten Gerichte der apulischen Küche

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Libero und Michela waren Pugliesi, sie kamen aus Lecce in Apulien und feierten regelmäßig Kochwettbewerbe mit Calogero und Lina. Und ich war ein echt schlechter Schiedsrichter! Für beide Teams Pech, denn ich habe alles geliebt, was sie gekocht haben.
Ich werde nie mein Geburtstagsfest vergessen, den Tag, an dem ich zum ersten Mal die legendären Orecchiette al cime di rapa gegessen habe.

 

Pizza Neapolitana und Gennaro


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Gennaro stammte aus einer Pizzaiolo-Familie, einer Pizzabäckerfamilie in der 3. Generation. Natürlich wollte ich lernen, wie man die echte Pizza Margherita macht. Aber Gennaro war einer der Typen, die hier und da waren, er hatte so viele Freunde und rückblickend stelle ich fest, dass er gar nicht so viele Abende gemeinsam mit uns verbrachte. Aber an den Abenden, an denen er das Abendessen vorbereiten sollte, verzauberte er uns immer mit seinem temperamentvollen Wesen und seiner köstlichen Pizza. Ich wollte Gennaro immer helfen. Ich war ein gute Küchenhilfe! Aber wenn Gennaro kochte, durfte niemand die Küche betreten. Ich glaube, er konnte mir die Familiengeheimnisse der perfekten Pizza nicht weitergeben, ohne mich zu heiraten. Übrigens, seine Freundin Carmela, die auf seine Rückkehr in Neapel wartete, passte gut auf ihn auf! Ehrlich gesagt habe ich mich damals nicht als verheiratete Frau in Neapel gesehen ...

Super einfache Rezepte aus dem Piemont


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Massimiliano besuchte, wie jeder von uns, die Universität Sapienza. Für seine Masterarbeit fehlten ihm nur ein oder zwei Semester. Er war der ruhigste von uns allen und konnte überhaupt nicht kochen. Das machte ihn zum zweiten Schiedsrichter und wir hatten viel Spaß mit seinem eigenartigen trockenen Humor. Die wenigen Gerichte, die er zubereiten sollte, wurden zu einer Gemeinschaftsproduktion. Ich denke am Ende war das Essen weniger traditionell und eher süditalienisch geprägt. Aber wir hatten viel Spaß und eine wirklich gute Zeit!

12 Monate toskanische Küche
Eine toskanische Food-Tour geprägt von persönlichen Erlebnissen


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Viola wurde meine engste Freundin, da wir uns auch tagsüber auf der Uni trafen und viel Zeit miteinander verbrachten. Gemeinsam haben wir Rom entdeckt und auch viele kulinarische Erfahrungen gesammelt. Eines der beeindruckendsten Rezepte war die Pappa al Pomodoro!
Ich habe an meinen freien Tagen in einem Übersetzungsbüro gearbeitet. Aus irgendeinem Grund kam ich sehr spät nach Hause und hatte komplett auf meine Einkäufe vergessen. Ich wurde von meinen Freunden so verwöhnt. Und ein langes Wochenende stand uns bevor... Meine Freunde waren schon am Abend zuvor nach Hause gefahren. Viola war die einzige, die den Zug am nächsten Morgen nahm. Das bedeutete also, ich war allein und hatte 3 Tage lang nichts zu essen ... in meinem Kühlschrank lagerte nur eine einsame Milch. Als ich zu Hause ankam, hatte Viola bereits das Abendessen vorbereitet. Sie wollte einen netten Mädelabend genießen, bevor sie nach Hause reiste. Vor einigen Tagen hatte sie einen netten Typen kennengerlernt und weißt ja, Mädels Gespräche ... Auf uns wartete leckere Pasta mit Gemüse. Beim Essen erzählte ich ihr so nebenbei von meinem leeren Kühlschrank. Sofort stand sie von ihrem Stuhl auf und eilte in ihre Küche. Nach ein paar Minuten kam sie mit einem breiten Lächeln zurück und sagte zu mir: „Ich werde dir heute Abend die traditionelle toskanische Küche beibringen! Du wirst Pappa al Pomodoro haben! Du wirst nicht verhungern! "
Nun, ich hatte keine Angst zu verhungern, es war nur die Vorstellung, nicht mit meinen Freunden zu Abend zu essen, nicht zu plaudern und Spaß zu haben, die mich ein wenig traurig stimmte.

Natürlich interessierte mich der Hintergrund der Pappa al Pomodoro. Wie immer wollte ich alles wissen, woher sie kam, wer als erster das Rezept aufschrieb und vieles mehr ...
Viola freute sich, über ihre geliebte Heimat und ihr Lieblingsgericht zu erzählen. Und ich war eine interessierte und gute Zuhörerin. Die Pappa al Pomodoro war nicht nur ein Gericht für Viola. Es war ihre Liebspeise, die sie mit ihrer frühen Kindheit und ihrer geliebten Großmutter verband. Da sie immer gerne bei ihrer Großmutter in der Küche zusah, begann sie schon früh, dieser bei den Vorbereitung zu helfen.

Mein erster Kochkurs:
Ein Vorgeschmack auf die traditionelle toskanische Küche

Natürlich habe ich recherchiert, im Nachhinein.
Ursprünglich stammte die Pappa al Pomodoro aus der ländlichen, einfachen Küche. Es besteht aus sehr einfachen regionalen Zutaten.


photocredit: Angela Lindner 

Bekannt wurde das Gericht in Italien bereits 1907 durch das Buch „Il giornalino di Gian Burrasca“ (Das Tagebuch von Gian Burrasca), herausgegeben von Vamba. Luigi Bertelli, veröffentlichte seine Arbeiten immer unter dem Pseudonym Vamba. Vamba war ein autodidaktischer Prosaautor und Lyriker. Daneben war er auch Herausgeber von zwei Magazinen „The Capitain Fracassa“ und „Don Quixote“, in denen er mehrere humoristische Schriften veröffentlichte.

"Das Tagebuch von Gian Burrasca" zeigt Episoden aus dem Leben eines Jungen namens Giannino, gespickt mit lustigen Streichen, hysterischen Szenen der älteren Schwester und wütenden Reaktionen der Eltern, die immer auf die neuen, klugen und unvorhersehbaren Streiche ihres Giannino warteten.
"La Pappa col pomodoro" bildet den Kern des Entwicklungsromans. Gian Burrasca lebt in einem Internat, in dem das Essen für die Kinder sehr schlecht ist. Er führt den Minestrone Aufstand an und entdeckt, beim Versuch, „Papa Col Pomodoro per Tutti“ (dtsch .: „Pappa Col Pomodoro für alle“), kostbare Werte wie Freundschaft und Opferbereitschaft.


photocredit and source: www.paneefocolare.com 

Die Zutaten 

Viola bat mich, ihr die folgenden Zutaten zu besorgen:
• Pomodori - Tomaten
• il pane di ieri - Brot von gestern
• Basilico - Basilikum
• Aglio - Knoblauch
• olio d’oliva - Olivenöl
• sale e pepe - Salz und Pfeffer
• 1 Litro d’acqua - 1 Liter Wasser

Leider hatten wir nicht genug frische Pomodori, deshalb haben wir die Passata (Tomatensauce) aus der Packung verwendet.

Das Rezept

Die Einkaufsliste und das Rezept, herunter gebrochen in einzelne Schritte samt Abbildungen, findest du im Download.

Vorbereitung

Zuerst musste ich das Brot in dünne Scheiben schneiden und nebeneinander auf das mit Backpapier ausgelegte Backblech legen. Dann drehte Viola das Backrohr auf 200 ° und schob das Brot für wenige Minuten hinein, damit es goldfarben wurde. In der Zwischenzeit haben wir die 2 Knoblauchzehen geschält. Danach haben wir das Backblech aus dem Ofen genommen und jede Scheibe Brot mit Knoblauch eingerieben.

Dann benötigten wir eine beschichtete Pfanne. Ich legte das geröstete Brot sorgfältig nebeneinander hinein. Viola goss die Tomatensauce auf die Brotscheiben, danach das Wasser, so dass die Brotscheiben vollständig bedeckt waren.

Wir ließen die Pappa 40-50 Minuten bei niedriger Temperatur köcheln, um die Flüssigkeit zu verdampfen. Von Zeit zu Zeit rührte Viola um, damit die Pappa gleichmäßig garen konnte und das Brot sich in der Masse reduzierte d.h. auflöste und zu einem Brei wurde.

Als es fertig war, gab Viola Salz, Pfeffer und Basilikum dazu. Dann portionierte sie die Pappa auf zwei Teller und träufelte lächelnd etwas Olivenöl darüber. Sie sagte mit hochgezogener Augenbraue: "La cosa più importante, sai!"
Was bedeutet: "Das Wichtigste, weißt du!".

Wir haben mit Löffeln gegessen, was für mich auch sehr interessant war. Aber ich werde nie vergessen, als ich es dann gekostet habe: Was für ein Aroma ... eine Fusion perfekt aufeinander abgestimmter Geschmacksnoten.

Ein paar Worte zum Rezept

Über die Jahre habe ich bemerkt, dass jeder seine eigene Art der Zubereitung der Pappa al Pomodoro hat.
Sei es aufgrund von diätetischen Einschränkungen oder einfach aus persönlicher Vorliebe.
Das ist das Gute an der italienischen Küche: man kann so kreativ sein ...

Auch ich habe mein persönliches Rezept:
ich lege das Brot nicht in den Ofen, ich schneide es in kleinere Stücke und lege es direkt in die Pfanne.
Ich verwende keine Passata, sondern mache ich die Tomatensauce selbst.

 

photocredit: Angela Lindner 


photocredit: Angela Lindner 


photocredit: Angela Lindner 

Und wann isst du die Pappa al Pomodoro?

Immer und überall!

Dies ist eines der großartigsten Gerichte. Aufgrund der Verpackung ändert es seinen Stil gewaltig!

In einem schönen Shot angerichtet, mit einem Basilikumblättchen aufgehübscht, passt die Pappa al Pomodoro perfekt zu einem eleganten Begrüßungscocktail.

 

photocredit: Angela Lindner


Wird die Pappa al Pomodoro eher rustikal auf Steingut serviert, passt sie perfekt zu einem Mittagessen im Vintage-Stil.

Olivenöl Verkostung & Mittagessen, Vorspeise: Pappa al Pomodoro bei Fonte di Foiano, Castagneto Carducci 

photocredit: Angela Lindner

Geht es um das Hochzeitsdinner, ganz gleich ob Food Stations, ein serviertes Vier-Gänge-Menü, ein Buffet oder eine Kombination, ich rate immer, auch die erfrischende typisch toskanische Pappa al Pomodoro zu wählen.

Die Pappa al Pomodoro ist für mich das perfekte Beispiel für ein einfaches und authentisches Gericht aus der Toskana.

photocredit: Angela Lindner 

Abschließend, einige Worte zu den Fotografen:

Laura Caini
Professionelle Fotografin aus Poggibonsi, im Gebiet um Siena, San Gimignano und Monteriggioni 
Leidenschaftliche Fotografin im jahrelang erworbenen Stil Caravaggio
Portfolio: Hochzeiten, Kinder, Familien, und mehr …
mehr: http://www.lauracaini.it/

Sabrina Lauriston
Professionelle Fotografin beheimatet in Poggibonsi und in Australien
Schwerpunkt in der Landschaftsfotografie, Kunst, Portraits
Portfolio: Hochzeiten, Portrait, WErbung, und mehr …
mehr: http://www.sabrinalauristonphotography.com

FabrizoandRomina
Professionelle Destination Wedding Fotograf und Videograf aus Sizilien 
Große Leidenschaft für Reisen, Eintauchen in andere Kulturen 
Portfolio: Kreative Reportage sowohl in der Fotografie, als auch Videografie
mit dem Ziel einzigartige und authentische Momente einzufangen 
mehr: https://www.fabrizioandromina.com/

Danke für das Bildmaterial ;)

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